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Deutsche Ländermeisterschaft 2019

Das Thüringer Team bei der DLM 2019.Auftakt in Würzburg

Der erste Tag bei den Deutschen Ländermeisterschaften 2019 in Würzburg neigt sich dem Ende. Heute galt es für alle Spieler und Spielerinnen der 20 Mannschaften eine Doppelrunde zu bewältigen, die den Auftakt in das fünftätige Turnier bildete.

Für das Thüringer Team, bestehend aus Huy Dat Nguyen, Sebastian Grund, Ha Thanh Nguyen, Helena Irene Ullrich (alle Medizin Erfurt), Meike Ratay (MTV 1876 Saalfeld), Magnus Müller (ESV Gera), Elisa Reuter (SV Empor Erfurt) und Marlon Bock (beide SSV Vimaria 91 Weimar), dessen Vereinskamerad Mathias Philipp am Freitag zu uns stößt, sollte es gleich zu Beginn ernst zugehen. Mit dem Startranglistenersten aus Berlin trafen wir in der ersten Runde an Tisch 1 auf die stärkste Mannschaft.

Leider konnten wir aus diesem Duell nur mit einem 2,5 : 5,5 herausgehen, welches sich in drei Remis und einem Sieg von Ha Thanh widerspiegelte.

Die Nachmittagsrunde begann 14:45 Uhr, in der wir als zweiten Gegner die Mannschaft SG Bremen/Niedersachsen erwischten. Hier war unser Team der klare Favorit und man setzte sich das Ziel, die ersten zwei Mannschaftspunkte zu erkämpfen. Gesagt, getan. Mit einem klaren 7 : 1 wurde dieses Duell souverän für Team Thüringen entschieden.

Am Donnerstag, zur Einzelrunde um 8:30 Uhr, lautet der Gegner Hessen und es wird wieder kein Zuckerschlecken. Der Nachmittag kann jedoch ganz im Sinne eines Feiertags sowohl für einen Gruppenausflug als auch zur individuellen Freizeitgestaltung genutzt werden.

Neben unserer Mannschaft ist mit Luca Franke ein weiterer Thüringer am Start. Er tritt am U14-Brett für das gemsichte Team Süd an und legte mit 1,5/2 einen guten Start hin.

Schach und Sport am Tag der Deutschen Einheit

Der zweite Tag bei der DLM liegt nun hinter uns. Für die Spieler und Spielerinnen aus Thüringen ging dieser leider mit einer knappen Niederlage aus. An den ersten Brettern konnte sich nicht gegen die starke Aufstellung von Hessen durchgesetzt werden, weshalb am Ende nur ein unglückliches 3,5 : 4,5 erzielt werden konnte. Die Punktebringer dieser Runde waren Magnus (Brett 4), Ha Thanh (Brett 5), Marlon (Brett 7) und Helena  (Brett 8).

Am Nachmittag wurde als Mannschaft – und mit Eis - die schöne Innenstadt von Würzburg erkundet. Im Anschluss gab es die Möglichkeit sich mit Fußball oder Tischtennis sportlich zu betätigen.

Unser morgiger Gegner lautet SG Hamburg/Schleswig-Holstein. Hier wird sich ein Sieg erhofft, da wir an den hinteren Brettern klarer Favorit sind. Zudem dürfen sich die Teilnehmer auf eine Doppelrunde einstellen, für welche natürlich alle Daumen gedrückt sind.

Sieg und Niederlage in der Doppelrunde

In der 4. Runde hatten wir einen klaren Schlachtplan: An den hinteren Brettern 100 % und vorn mindestens ein Remis holen. Der zweite Teil war bereits im 21. Zug erfüllt, als Dat seinem Gegner in leicht besserer Stellung Remis bot, was dieser dankbar annahm. Meike und Sebastian gerieten bereits in der Eröffnung auf Abwege und konnten ihre Partein gegen starke Gegner nicht mehr retten. Hinten wurden die Punkte mehr (Ha Thanh, Elisa, Marlon) oder weniger (Helena) souverän eingefahren. Magnus steuerte mit Minusqualität noch ein Remis bei, sodass am Ende ein 5:3-Sieg stand.

Am Spitzenbrett wechselten wir nun Mathias ein, um in Runde 5 mit Rheinland-Pfalz gegen einen Gegner mit einem großen Spielstärkegefälle anzutreten: vorn über 2300 DWZ und hinten unter 1000. Entsprechend wenig konnten wir an den ersten drei Brettern entgegen setzen und gerieten bereits in den Eröffnungen auf Abwege. Doch die Stellungen an den hinteren Brettern nährten unsere Hoffnung auf Zählbares. Magnus und Elisa steuerten die ersten Punkte bei, Ha Thanh stand besser und an den letzten beiden Brettern sah es auch in Ordnung aus. Während Helena letztlich wie erwartet gewann, endete Marlons Partie nach wechselhafter Schlussphase remis. Zu unserem Schrecken hatte Ha Thanh jedoch den Faden verloren und stand plötzlich auf Verlust. Sie kämpfte noch bis ins verlorene Bauernendspiel, doch letztlich mussten wir die 3,5:4,5-Niederlage hinnehmen.

Unentschieden lässt Hoffnungen auf Top-Ten-Platzierung schwinden

In der 6. Runde saß uns mit dem Team Süd auch ein Thüringer Teilnehmer gegenüber. Luca spielte an Brett 4 und bekam es daher im Duell der U14-Jungen mit Magnus zu tun. Diesem gelang es im Mittelspiel mit seinen Springern einige Drohungen aufzustellen und so eine Qualität und damit auch die Partie zu gewinnen. Währenddessen sah es bei Meike, die leider ein weiteres Mal in der Eröffnung überrascht wurde, und Elisa, die ihren aktiven Springer zurückgezog, schlecht aus. Auch die Stellungen unserer beiden U12-Bretter bereiteten uns Sorgen: Helena hatte zu Beginn nicht die konsequenteste Fortsetzung gewählt und Marlons Gegner schien gut vorbereitet auf Lieblingsaufbau. Ausgeglichene Stellungen gab es hingegen bei Mathias und Sebastian. Nur Ha Thanh stand mit einem Mehrbauern besser. Doch von da an lief es günstig für uns: Zwar musste Meike die Segel streichen, doch dafür gewann Helena eine Figur und Elisa konnte in ein bequemes Schwerfigurenendspiel, welches schnell remis endete. Marlon erreichte trotz schlechterer Leichtfigur ein Remis, sodass wir bei einem Zwischenstand von 3:2 und 1,5 bis 2 Punkten in den laufenden Partien auf einen Sieg hofften. Doch noch einmal wendete sich das Blatt: Ha Thanhwackelte bei knapper Zeit und willigte schließlich in eine Stellungswiederholung und damit das Remis ein. Basti hatte in einem Endspiel zwar einen Freibauern auf d6, aber sein luftig stehender König wurde ein Opfer der gegnerischen Schwerfiguren. Immerhin konnte Mathias sein Endspiel halten und damit vermeiden, dass wir komplett mit leeren Händen dastanden. Nach dem 4:4 ist die erhoffte Top-Ten-Platzierung kaum noch zu erreichen, aber mit einem Sieg könnten wir zumindest noch unseren Setzlistenplatz 12 bestätigen.

Kämpfen bis zum Schluss

In der Schlussrunde gegen die SG Berlin/Brandenburg legte unser Team los wie die Feuerwehr: Magnus nach erfolgreicher Vorbereitung und Mathias mit sehenswerter Kombination brachten uns schnell mit 2:0 in Führung. An den hinteren Brettern bewegte sich Marlons ausgeglichene Stellung mit jedem Figurentausch in Richtung Remis und Helena besaß einen Mehrbauern. Elisa hatte ihren Fianchetto-Läufer  + Bauer für einen Turm hergegeben und musste nun die gegnerische Komposition auf der langen Diagonale aushalten. Die Gegner Meikes und Ha Thanhs waren den vorberiteten Eröffnungen ausgewichen, was bei unseren Spielerinnen einen Nachteil auf der Uhr und mehr und mehr auch auf dem Brett zur Folge hatte. Ebenso verschlechterte sich auch Sebastians Stellung nach abgeschlossener Entwicklung zunehmend. Daher blieb es spannnend, obwohl wir an den hinteren Brettern die erwarteten 1,5 Punkte machten und uns folglich nur noch ein Punkt zum Mannschaftssieg fehlte. Die erste Hälfte sicherte Elisa, die mit ihrem Turm gegen Läufer + 2 Bauern keine Fortschritte erzielen konnte. Doch wo sollte der übrige halbe Punkt herkommen. Meike musste bald die Niederlage quittieren und Ha Thanh ihre Dame für Turm und Läufer geben. In klar verlorener Stellung spielte sie dennoch weiter und wurde belohnt: Plötzlich stand ihr weißer Freibauer auf c6 und die nominell unterlegene Spielerin gab sich mit einem Remis zufrieden - der Mannschaftssieg war gesichert. Unserem Sebastian blieb es schließlich vorbehalten, die letzte Partie der DLM zu spielen: Über 100 Züge und fast 6 h dauerte sein Kampf ums Remis, der im Endspiel bereits von Erfolg gekrönt schien. Doch dann führten eine Fesselung seines Läufers und der aus der Ecke entkommene schwarze König doch noch zum Verlust.

Fazit

Damit steht am Ende mit einem ausgeglichenen Mannschafts- und einem leicht positiven Brettpunkteverhältnis der 13. Platz (punktgleich mit Platz 10). Erwartungsgemäß punkteten wir vor allem hinten (25 von 30 Brettpunkten holten wir an den letzten fünf Brettern): Helena war mit 6,5/7 Brettbeste und auch die 5,5 Punkte von Magnus ragen heraus. Zusammen 3 Punkte durch unsere beiden Spitzenbretter sind absolut in Ordnung, Meike und Sebastian mussten gegen starke Gegnerschaft erwartungsgemäß etwas leiden, wobei Sebastians Endspiele in der zweiten Turnierhälfte durchaus mehr hergegeben hätten. Dennoch ließen sich die beiden zu keinem Zeitpunkt hängen und gingen jede Partie mit neuer Zuversicht an.

Auf der Turnierseite können alle Informationen der DLM 2019, wie etwa Paarungen, Ergebnisse und Partien eingesehen werden. Außerdem werden die ersten acht Tische live übertragen.

Tags: Deutsche Ländermeisterschaft

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