DVM u16w Neumünster 2024 – Meuselwitzer SV

Die Meuselwitzer Mädchen Sophia Scheiding, Gabriela Ignatova und Victoria Sniegowski mit Gastspielerin Celiene Brauer von Turm Erfurt hatten sich Anfang September bei der MDVM durch einen zweiten Platz in Pirmasens für die Finalrunde qualifiziert. Diese fand in diesem Jahr wie gewohnt zwischen den Feiertagen in Neumünster (Schleswig-Holstein) statt.

Aufgrund der weiten Anreise entschied man sich ohne Ersatzspielerin zu fahren, was keine Fehlentscheidung war. Am zweiten Feiertag starteten wir früh und nachdem Celiene eingesammelt war, konnten wir mit viel Quatsch und Spielen die lange Fahrt überbrücken.

Die Jugendherberge „Kiek In“ in Neumünster war Spiel- und Übernachtungsort zugleich. Insgesamt waren wir dort sehr zufrieden, wenngleich der Spielsaal von vielen Mädchen als „zu kalt“ wahrgenommen wurde. Auch an der Organisation und Ausrichtung gab es nichts auszusetzen.

Die Mädchen haben sich mit ihren Leistungen in der Vergangenheit schon selbst belohnt, denn ein Startplatz in der vorderen Tabellenhälfte (Setzliste 8 von 20) ist für unseren Verein eine tolle Leistung! Das Feld ist jedoch sehr dicht beieinander, sodass dass das Ziel - ein einstelliger Tabellenplatz - kein Selbstläufer wird.

Das Turnier startete vielversprechend, denn der SV Nürtingen 1920 konnte „clean“ mit 4:0 souverän bezwungen werden. In Runde 2 trafen wir auf den späteren Deutschen Meister dieser Altersklasse – Chemnitzer SC Aufbau 95, welcher uns mit einem Tick mehr Cleverness 1:3 besiegen konnte. Damit war klar, dass wir bis zum Ende dieser Meisterschaft in diesen Punkten zulegen mussten.

In Runde 3 geht Sophia's (kleiner) Traum in Erfüllung: „Einmal gegen Bayern München spielen!“ Auch wenn es ‚nur‘ die zweite Vertretung war, so wurde dieser Traum mit einem 2,5:1,5-Sieg noch veredelt.

In der Nachmittagspartie waren wir gegen einen weiteren Traditionsverein – SG Porz –wieder der Außenseiter und leider mussten wir dieses Match mit demselben Ergebnis wie gegen Chemnitz quittieren.

Vor der richtungsweisenden 5. Runde war die Anspannung deutlich spürbar. Gegen die Schachakademie Paderborn war ein Match auf Augenhöhe zu erwarten. Einsatzwille, Motivation und Spiellaune waren bisher vorbildlich! Dennoch zollten die Mädchen – und das nicht nur in unserem Verein – der allgemein umgreifenden Erkältung etwas Tribut!

Dabei verlief eigentlich alles optimal: Sophia hatte gegen die aktuelle Deutsche U10-Meisterin nach wenigen Zügen eine ganze Figur mehr! Das hätte der Mannschaft eigentlich Sicherheit geben sollen. Pustekuchen! Die Partien an Brett 2 - 4 wurden innerhalb kürzester Zeit eingestellt.

Der Vormittag wurde also fürs Ausruhen, Stärken und neue Kräfte sammeln genutzt, um nun frisch motiviert gegen die SG Solingen einen Sieg zu erzwingen. Dieser ist durch eine geschlossene und disziplinierte Mannschaftsleistung erreicht worden, wenngleich wir bei mindestens 2 Partien den Sieg ausgelassen haben: Sophia und Victoria. Deren Punkteteilung war aber keineswegs problematisch und als Gabriela den "Dosenöffner" in der gegnerischen Stellung gefunden hatte, hing alles an Celiene, die in einer hochkomplexen Stellung aber die Nerven behielt und den Mannschaftssieg perfekt machte.

In der Abschlussrunde wartete dann noch ein echter Brocken: Die TSG Oberschönweide, welche als Setzlistenerste und klarer Favorit unbedingt einen Sieg gegen uns benötigte, um noch Hoffnung auf die Medaillenplätze zu haben. Nun galt es die Fokushosen anzuziehen und festzuzurren!

Unsere Mädchen hingegen benötigten diese auch, um sich doch noch in die Top 10 zu kämpfen. Während Trainer Frank Große den Vormittag damit verbrauchte, die leergelaufene Autobatterie wieder in Gang zu bringen, überzeugten die Mädchen mit einer kompakten Mannschaftsleistung, welche mit einem 2:2 belohnt wurde. Dabei hatten die Stellungen sogar noch Potential für mehr.

In der Abschlusstabelle reichte dieser Punkt zwar „nur“ für Platz 11, aber dennoch kann man zufrieden sein, dann Niederlagen gegen die späteren Deutschen Meister, Platz 3 und ein Remis gegen Platz 4 zeigen, dass man sich gegen harte Konkurrenz zu behaupten hatte.

Eine insgesamt sehr geschlossene Mannschaftsleistung zeigt welches Potential in den Mädchen steckt und der Meuselwitzer Schachverein beendet das insgesamt sehr erfolgreiche Jahr mit einer weiteren Duftmarke auf der Landkarte Deutschlands …